Die IGP-Fährten

Die Abkürzung IGP in der Bezeichnung IGP-Fährten steht für „Internationale Gebrauchshunde Prüfung“. Dahinter verbirgt sich, dass die Fährte bei diesen Prüfungen nur eine von 3 Abteilungen darstellt. Zusätzlich zur Sucharbeit müssen sich die Mensch-Hund-Teams auch in der Unterordnung und dem Schutzdienst beweisen, auf die ich aber nicht weiter eingehen werde.

Folgende Prüfungsstufen gibt es derzeit:

  • IGP-V (Voraussetzung: bestandene Begleithundeprüfung (BH-VT) und mind. 15 Monate alt)
  • IGP-ZTP (Voraussetzung: bestandene BH-VT und mind. 18 Monate alt)
  • IGP-1 (Voraussetzung: bestandene BH-VT und mind. 18 Monate alt)
  • IGP-2 (Voraussetzung: bestandene IGP-1 und mind. 19 Monate alt)
  • IGP-3 (Voraussetzung: bestandene IGP-2 und mind. 20 Monate alt)
  • IGP-FH (Voraussetzung: bestandene IFH-2 oder BH-VT und mind. 20 Monate alt)

Die Fährtenarbeit der Stufen IGP-1 bis IGP-3 können als sogenannte Fährtenprüfungen (FPr-1 bis FPr-3) einzeln absolviert werden. Dann entfallen zwar die Unterordnung und der Schutzdienst, aber man erhält auch kein Ausbildungskennzeichen. Sie sind somit ideal, um den Stand des Hundes in der Fährte zu testen oder um das Teilnehmerfeld einer Veranstaltung mit aktiven Senioren aufzufüllen.

die IGP-Fährten im Detail

Für alle Prüfungsstufen gilt: Hat die Fährte 2 oder mehr Winkel, müssen diese mindestens 50 Schritt auseinander liegen. Die Fährtengegenstände dürfen nicht innerhalb von 20 Schritten vor bzw. nach einem Winkel gelegt werden.

Für die einzelnen Prüfungsstufen gelten folgende Vorgaben:

IGP-V:

Hierbei handelt es sich um eine vom Hundeführer selbst gelegte Fährte (sog. Eigenfährte) mit einer Länge von 200 Schritten und einem rechten Winkel. Sie wird unmittelbar nach dem Legen abgesucht, wofür dem Team bis zu 10 Minuten Zeit gegeben wird. Dabei müssen 2, dem Hundeführer gehörende Gegenstände verwiesen werden.

IGP-ZTP:

Dies ist ebenfalls eine Eigenfährte, allerdings mit einer Länge von 300 Schritten und 2 rechten Winkel und 3 eigenen Gegenständen. Zwischen Legen der Spur und dem Absuchen müssen 20 Minuten abgewartet werden. Zum Suchen hat das Team 15 Minuten zur Verfügung.

IGP-1 / FPr-1:

Diese Fährte wird vom Hundeführer selbst gelegt. Sie ist 300 Schritt lang und hat zwei rechte Winkel. Die drei zu verwendenden Gegenstände stammen vom Hundeführer. Der erste von ihnen wird auf dem ersten Schenkel, der zweite auf dem zweiten Schenkel und der dritte am Ende der Fährte abgelegt. Zwischen Legen und Absuchen werden 20 Minuten gewartet. Zum Absuchen hat das Team 15 Minuten Zeit.

IGP-2 / FPr-2:

Die Fährte wird von einem Fährtenleger (also nicht vom Hundeführer) getreten. Sie weist eine Länge von 300 Schritt auf, wieder 2 rechte Winkel und 3 Gegenstände, die diesmal einer anderen Person (i.d.R. dem Fährtenleger) gehören. Sie sind genau wie in der IGP-1 zu legen. Die Liegezeit erhöht sich auf 30 Minuten, während die Zeit zum Absuchen ebenfalls 15 Minuten beträgt.

IGP-3 / FPr-3:

Die Fährte ist ebenfalls eine Fremdfährte, 600 Schritt lang und hat 4 rechte Winkel. Die 3 Gegenstände dürfen nicht dem Hundeführer gehören. Der erste von ihnen darf frühestens nach 100 Schritten auf dem ersten oder zweiten Schenkel gelegt werden. Der zweite Gegenstand wird nach Richteranweisung und der letzte am Ende der Fährte abgelegt. Die Wartezeit zwischen Liegen und Absuchen erhöht sich auf 60 Minuten. Zur Ausarbeitung hat das Team 20 Minuten Zeit.

IGP-FH:

In dieser Stufe absolviert das Mensch-Hund-Team zwei mal die IFH-2 innerhalb einer zweitägigen Prüfungsveranstaltung. Dabei müssen die Fährten an zwei verschiedenen Tagen von zwei verschiedenen Fährtenlegern an zwei verschiedenen Orten gelegt werden. Die sonstigen Vorgaben entsprechen denen der IFH-2, die ich auf einer eigenen Seite vorstelle.

 

Quelle: Prüfungsordnung der FEDERATION CYNOLOGIQUE INTERNATIONALE