Die Fährtenarbeit

Die Fährte neben der Unterordnung und dem Schutzdienst die dritte Disziplin im Gebrauchshundesport. Alternativ gibt es auch die Spezialausbildung „Fährtenhund“, bei der sich die gesamte Ausbildung auf die Sucharbeit mit Hunden konzentriert. Im Grunde geht es bei beiden Sportarten um das Gleiche: Dem Absuchen einer Geruchsspur!

Fährten ist eine Frage des Geruchs

Beim Fährten geht es aber nicht um eine beliebige Geruchsspur. Die Fährten von Reh, Hase und Fuchs überlassen wir lieber den Jagdhunden. Gleiches gilt für die Verfolgung menschlicher Gerüche, auf die sich die Mantrailer-Teams oder Rettungshunde spezialisieren.

Wir Fährten-Teams konzentrieren uns stattdessen auf den Geruch der Bodenverletzung. Diese wird alleine dadurch erzeugt, dass du über die Wiese oder den Acker gehst. Dabei knickst du die Grashalme ab und reisst die Bodenoberfläche leicht auf.
Daraufhin fangen die Mikroben im Boden zu arbeiten an und der Leitgeruch für die Fährte entsteht.
Allerdings ist dieser nicht auf jedem Acker oder Wiese gleich. Die vorhanden Pflanzen, die Zusammensetzung des Erdreichs und die Behandlung durch den Landwirt lassen jedes Gelände anders riechen. Deshalb solltest du das Gelände während Ausbildung (je nach Möglichkeit) immer mal wechseln und deinem Hund verschiedene Gerüche präsentieren.

Der Aufbau einer Fährte

Eine Fährte ist ein recht schematisch aufgebaut. Sie beginnt immer mit dem Abgang, wo der Hund die Witterung aufnimmt. Es folgen Geraden (die sog. Schenkel), die mit Hilfe von rechten Winkeln die Richtung ändern. Auf den Schenkeln werden nach bestimmte Vorgaben Gegenstände platziert, die der Hund anzeigen muss.

Im IFH-Bereich gibt es zusätzlich noch einen Halbkreis und spitze Winkel.  Hinzu kommen die Verleitungen. Das sind Spuren, die die eigentliche Fährte kreuzen und denen der Hund nicht folgend darf.

Den Abschluss bildet übrigens bei jeder Fährtenstufe immer ein Gegenstand.

Die Fährtengegenstände

Wie alles im Hundesport ist auch das Design der Fährtengegenstände genau festgelegt: Diese dürfen sich von der Farbe des Geländes nicht wesentlich unterscheiden. Sie dürfen nur 10 cm lang, 2 cm – 3 cm breit und 0,5 cm – 1 cm sein. In der Regel sind die zu kaufenden Gegenstände 3cm breit – weniger haben wir bisher nur bei selbstgemachten Gegenständen zu Gesicht bekommen.

Als Material kann theoretisch alles in Frage kommen. Am Gängigsten sind jedoch Leder, Holz und grauer Filz. Alternativ können aber auch Teppich, Kunststoff, Stoff, Flachs, Jute, Gurtband und vieles mehr eingesetzt werden.

Das Fährtengelände

Wiesen, Äcker und der Waldboden eignen sich besonders gut für das Legen einer Fährte. Allerdings sollte darauf geachtet werden, dass insbesondere Wiesen und Äcker kein Allgemeingut, sondern zum Eigentum der Landwirte gehören. Auch kann es sein, dass in einer Ackerfläche bereits Pflanzen für unsere nächsten Lebensmittel wachsen, die wir durch das unachtsame Betreten kaputt machen würden.
Im Wald könnte es sein, dass wir das Wild unnötig aufscheuchen, wovon der Förster und Jagdpächter nicht begeistert sein werden.
Deshalb ist es immer ratsam, nicht einfach irgendwo draufzugehen, sondern zuerst den Eigentümer bzw. den Pächter anzusprechen und um Erlaubnis zu fragen. Das erspart so manchen Ärger – glaub mir!