Unsere Ausbildung

„Der Hund muss wollen!“

Immer wieder werden wir auf die Arbeitsfreude, die unsere Hunde sowohl im Training als auch bei den Prüfungen zeigen, angesprochen. Einmal wurden wir sogar gefragt, wie wir es hinbekommen hätten, dass Düse beim Verweisen eines Fährtengegenstandes freudig mit der Rute wedelt – das hätte der Fragesteller noch nie gesehen! Unsere Antwort: „Mit ganz viel Spaß und Motivation!“

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Düse beim Bringen über die Schrägwand

Uns ist es wichtig, dass unsere Hunde von sich aus mit uns arbeiten wollen. Sie sollen zum Beispiel gerne nach den Gegenständen im Fährtengelände suchen, gerne die Fuß-Position in der Unterordnung einnehmen, gerne das Holz zu uns bringen oder gerne mit uns den Helfer im Schutzdienst stellen. Dies erreichen wir durch eine gezielte und konsequente Ausbildung, bei der wir sehr auf die Motivation und Belohnung unserer Hunde achten – Nicht nur der Mensch lernt besser, wenn er Spaß an der Sache hat; der Hund auch!

Doch Spaß ist nicht alles: Uns ist auch wichtig, dass unsere Hunde die Aufgaben, die wir ihnen stellen, wirklich verstehen. Dazu bedienen wir uns der grundlegenden Vorgehensweise im Clicker-Training: Alle Übungen werden in kleine Teilschritte zerlegt, gezielt aufgebaut und später zum eigentlichen Übungsablauf gemäß Prüfungsordnung zusammengesetzt. Dabei werden Fortschritte konsequent mit Futter, Lob und/oder Spiel bestätigt sowie Fehler durch Misserfolge gekennzeichnet. (Die genaue Vorgehensweise werde ich noch in einem gesonderten Artikel beschreiben.) Auf diese Weise erhalten unsere Hunde ein klares Bild und können leichter erkennen, was wir von ihnen erwarten.

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Camillo beim Aufbau des Revierens

Ein weiterer wichtiger Punkt in unserer Ausbildung sind die gewählten Ziele: Als erstes legen wir fest, welches Ziel wir überhaupt mit der Ausbildung erreichen wollen und wie unser Erscheinungsbild letztendlich aussehen soll. Für uns ist das die Prüfungsreife (durchaus auch für höhere Prüfungen auf Landesgruppen- oder Bundesebene) mit einem Hund, dem die Zuschauer die Arbeitsfreude förmlich ansehen können. Anschließend legen wir kleine Etappenziele fest, anhand derer sich schließlich der Trainingsplan orientiert (z.B. zuerst die Begleithundeprüfung, dann die anderen IPO-Prüfungen oder gleich für die IPO3 trainieren und dann alle Stufen in einem Rutsch absolvieren). Diese Etappenziele werden dann wiederum in kleine Trainingsziele unterteilt, die nach den in der Prüfungsordnung vorgegebenen Übungen ausgerichtet werden, die wiederum in die letztendlichen Trainingsschritte aufgeteilt werden.

Klar, diese Vorgehensweise braucht ihre Zeit, bis sie ihre Früchte trägt. Und es ist auch einiges an Gehirnschmalz von uns Ausbildern (insbesondere bei der Trainingsvorbereitung) erforderlich, aber zu sehen, wie sich der Arbeitseifer beim Hund entwickelt, wie seine Neugierde auf das Training wächst und er Schritt für Schritt die Welt des Sports entdeckt und deutliche Fortschritte in die von uns gewünschte Richtung zeigt, macht diesen Aufwand mehr als wett! Außerdem ist der Sport unser Hobby, unser Ausgleich zum grauen Arbeitsalltag – warum soll man da auf Spaß und Freude verzichten? Stress, Druck und Ärger haben wir schließlich genug auf der Arbeit!